Montag, 16. Juni 2008

Tumefika


Tumefika!

Wir sind angekommen!. Es ist ja kaum zu glauben, seit fast einem Jahr schon, leben wir schon in Tanzania. Auch wenn die Seele ja immer ein bisschen länger braucht, bis sie nachkommt, kann man wohl jetzt wirklich sagen, dass wir angekommen sind. Vieles Fremde ist nicht mehr so fremd, das was uns anfänglich als exotisch erschien ist Normalität geworden. Wir haben uns eingerichtet und es geht uns gut.

Hier im Zentrum ist es seit gestern recht ruhig. Der Grund: “Winter”ferien bis zum 7. Juli. Alle Diakonnenschüler und alle Kinder aus unserer Grundschule sind für drei Wochen daheim. Wir hoffen und beten jedesmal, dass das auch klappt. Nachhausegehen der Kinder funktioniert so: In der Woche vorher müssen die Eltern informiert. Wenn Eltern ein Handy haben klappt das recht gut, wenn nicht muss versucht werden Nachbarn oder sonst jemanden im Dorf zu erreichen. Oft kann der Pfarrer oder der Evangelist helfen. Die Eltern müssen dann am besagten Tag vormittags in Sanya Juu sein, bis dorthin fahren Kleinbustaxis. Wir bringen die Kinder ebenfalls mit kleinen Bussen, die wir mieten, nach Sanya Juu. Und dann heißt es eben hoffen und beten, dass fuer jedes Kind ein Elternteil oder sonstiger Angehöriger auftaucht Bei 80 Kindern nicht so leicht, hat aber bis auf einen Danieli geklappt. Denn müssen wir dann halt bringen.

Der Begriff Winterferien ist übrigens gar nicht so verkehrt, denn es ist zur Zeit empfindlich kalt. Die Nachttemperaturen liegen so bei 12-14 Grad, tagsüber, sofern es bewölkt bleibt wird es nicht viel wärmer als 18 Grad. Wir haben glücklicherweise einen offenen Kamin in unserem Wohnzimmer und natürlich haben wir warme Pullover im Schrank.
Die meisten Menschen hier haben diesen Luxus nicht und frieren. Der Krankenstand ist deshalb hoch und die feuchtkalte Witterung verschärft das noch.
Und schon wieder haben wir so einen Armutsteufelskreis:
Armut - krank – keine Arbeit – kein Verdienst – keine medizinische Versorgung – weiter krank - weiter arm – keine ausreichende Nahrung/Kleidung .. krank ..

Es läßt uns schon machmal verzweifeln, weil es derartig Teufelskreise zuhauf gibt und nahezu täglich Menschen aus der Umgebung bei uns um Arbeit und/oder um Hilfe nachsuchen. Wir tun was wir können, aber viele haben kaum eine Chance aus diesem Teufelskreisen ausbrechen zu können.
Die Überschrift hätte heute also auch “kuna shida kidogo” (es gibt es kleines Problem) heißen können, denn mit diesen Worten fängt die Bitte um Hilfe meistens an.
Tumefika: Wir sind angekommen.

Es gibt ein Sprichwort, das besagt: Wenn du eine Woche in Afrika bist, kennst du alle Probleme. Wenn du vier Wochen im Land bist, hast du für alles eine Lösung. Wenn du ein Jahr im Land bist kennst du weder die Probleme noch hast du eine Lösung.
Da ist was dran. Und wir sind weit davon entfernt Lösungen anbieten zu können. Klar ist denke ich trotzdem: Wer die Gesundheit hier fördern will, muss die Armut bekämpfen. (Pillen schicken nützt da wenig), das gilt auch wenn wir von HIV oder von AIDS reden (dazu vielleicht später mal mehr)
Und was bekämpft die Armut? Nein, ich habe kein Allheilmittel, aber Bildung ist sicher ein wichtiger und richtiger Ansatz.
Damit sind wir wieder im Faraja Diaconic Center mit der Diakonenausbildung und mit unserer Schule für körperbehinderte Kinder.
Gewiss keine Einrichtung zur globalen Armutsbekämpfung, aber eben doch eine Zukunftschance für Menschen mit Behinderung. Dafür lohnt es sich wirklich zu arbeiten und zu kämpfen und um Unterstützung zu bitten.

Ferienzeit in Faraja. Auch wir freuen uns auf ein paar Tage Urlaub am Meer (dabei nehmen wir Danile mit um Ihn zu hause abzuliefern) bevor es dann wieder weitergeht mit den “kleinen” Problemen, aber eben auch auch mit der tollen Aussicht dabei helfen zu können, Menschen eine gute Zukunft zu ermöglichen.


Wir freuen uns über Euere Rückmeldung und natürlich über Euere Besuche. Das ist gar nicht so kompliziert wie man denkt.
Übrigens: Vom 22.Dezember 08 bis zum 26. Januar 09 werden wir in Deutschland sein Sicher gibt es die Möglichkeit uns dann auch zu sehen.

Montag, 5. Mai 2008

wiki iliopita

Viele und vor allem herzliche Grüße aus Tanzania senden wir Euch allen. Den nachfolgenden Text erhalten manche von Euch auch als klassischen Rundbrief ( also mit der Post) Trotzdem haben wir ihn auch gebloggt, nach dem Motto: Lieber doppelt als gar nicht.


Viele von Euch fragen immer mal wieder nach unserem Alltag.

„Wie läuft das denn so, bei euch in Tanzania?“

Diesmal deshalb ein bisschen Alltag, -beruflich und privat- . (zwangsläufig mehr aus der Sicht von Günter, der gerade schreibt)


Nach nun 9 Monaten in Tanzania ist natürlich nicht mehr täglich so viel Exotisches und Neues zu bestaunen. In vielen Dingen stellt sich Routine ein. Und neben allem, was in Afrika anders als in Europa ist, gibt es dann doch auch vieles was einem bekannt vorkommt. Nehmen wir also meine Woche nach Ostern:



Mittwoch: Der Gemeindepfarrer aus Karansi, Mchungaji1 Laizer, hatte gebeten, dass jemand aus Faraja mit zu einem Treffen in eine andere Gemeinde kommt (vielleicht war ja auch nur unser Fahrzeug wichtig). Anyway, es geht darum, dass ein Wanderprediger durch die Massaidörfer streift, seltsame Dinge predigt und und die Menschen mit Honig „tauft“. Die evang. Kirche muss da irgendwie reagieren. Mit diesem Treffen, also der Anfahrt, den üblichen Verzögerungen, langen Diskussionen und Beschlüssen zu einem Seminar und der weiteren Verbreitung der Bibeln in der Sprache der Massai, ist der Tag damit schon gelaufen.


Donnerstag: Sitzung des Finanzausschusses der Diözese. Wie alle anderen Leiter von Einrichtungen der Diözese, bin ich beratendes Mitglied dieses Gremiums und verbringe somit einen Tag in einem Sitzungszimmer in Moshi. Im Anschluss an die Sitzung habe ich dann noch neue Stühle in einer kleinen Fabrik abgeholt.


Freitag: Ein sehr frühes Treffen (9.00 Uhr) wiederum in Moshi (ca. 50 km), zusammen mit einem Diakon der für eine neue Stelle angefragt ist. Zurück in Faraja gegen 11.30. Rechtzeitig um an einem Pfarrerstreffen unserer Region teilzunehmen. (Beginn war um 10.00 vereinbart, gegen 11.30 haben wir dann Tee getrunken und auf die restlichen gewartet). Infos über Faraja, das Seminar wider den Honigtäufer wird besprochen, ein spätes Lunch und der Tag ist auch schon wieder rum.



Samstag:

Hauptsächlich ist Gabi die Leiterin der Diakonenausbildung. Aber sie ist auch die „MAMA“ des Zentrums. Nachdem unsere Lagerverwalterin kürzlich ein Kind Baby bekommen hat, muss, solange sie Babypause macht, die Mama Lebensmitteleinkauf und Lebensmittelausgabe organisieren und kontrollieren.

Samstag ist Markttag, das heißt Einkaufstag für Gabi. Zusammen mit unserm Fahrer wird alles beschafft was für die kommende Woche notwendig ist und anschließend genau registriert und eingetragen. Leider ist die Not vieler Mitarbeiter( und damit die Versuchung) ein paar Tomaten, etwas Zucker oder Reis.... mitgehen zu lassen groß.


Sonntag:

Das sollte nun wirklich ein besonderer Tag werden. Wir waren eingeladen, zusammen mit Mch. Laizer, in sein Heimat“dorf“ zu fahren und dort im Gottesdienst zu predigen (Gabi).

Mchg. Laizer ist Massai und seine Boma liegt in der Gegend von Merehani. Etwa zwei Autostunden auf sehr schlechten Straßen von uns entfernt. Merehani ist das Zentrum des Tanzanitabbaus. Tanzanit ist ein seltener und damit sehr teuerer, blauer Edelstein, den es, auf der ganzen Welt, nur in dieser Region gibt.


Zusammen mit den Diakonenschülern starteten wir gegen 7.00 früh. Über recht abenteuerliche Abkürzungen (es ist Regenzeit), durch und entlang von allerhand Flussläufen gelangten wir auch in die Region, weit hinter dem Kilimajaro Airport. Leider war dann irgenwann ein Strommast samt Leitung auf die Straße gefallen und beim Versuch die Stelle zu umfahren landeten wir (d.h. ich, weil ich gefahren bin) im Sumpf. Obwohl unser Landcrusier wohl zu den robusten Geländefahrzeugen gehört, war hier kein rauskommen mehr möglich.


OK, Gabi, die Studenten und ein Pfarrer der zwischenzeitlich zu uns gestoßen waren gingen zu Fuß weiter (ca. 45 Min.). wir Zurückgebliebenen konnten irgendwann einen Traktor auftreiben, eine starke Kette, 20 Massai mit Schaufeln und allerhand Gebete. Nach etwa 2 Stunden hatten wir das Auto frei und erreichten die kleine Kirche etwa mit Ende der Predigt. Vor dem Gottesdienst tauchte noch die Frage auf , ob Gabis Predigt in Ki-suaheli noch in Ki-massai übersetzt werden müsse. Gabis Kisuaheli war dann aber doch aureichend.


Irgendwie hatte es sich schnell herumgesprochen, dass hier zwei Weiße wären, die sich um behinderte Kinder kümmern würden. Wir waren also gebeten, nach dem Gottesdienst „Sprechstunde“ abzuhalten.

Das Folgende ist nun kaum zu beschreiben. Mütter mit Kindern standen Schlange. Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungen wurden uns vorgestellt. In der Regel haben sie noch nie Arzt gesehen. Wir sind keine Mediziner aber viele Krankheiten sind offensichtlich: Hydrocephalus (Wasserkopf), Kinderlähmung, deformierte Gliedmaßen, Down-Syndrom, ... aber auch Krankheiten wie Gelbsucht, Hautausschläge, .....

Einige Hausbesuche folgten. In einigen Fällen konnten wir konkrete Hilfen vermitteln, etwa zu einem unserer Diakone der Arzt ist, eventl. eine Aufnahme in unsere Schule in Aussicht stellen, in anderen Fällen konnten wir zumindest Rat geben, in allen Fällen konnten wir beten.


Unsere Studenten, aber auch wir selbst, haben an diesem Tag etwas mehr begriffen, welche Herausforderung „diaconic work“ hier bedeutet.


Der Ort Merehani (etwa 30

km weiter) ist eine größere Ansiedlung, die wohl am ehesten mit Goldgräbersiedlungen im „wilden Westen“ zu vergleichen ist. Desperatos aller Art sind zu finden. Die Hinweisschilder mit Aidswarnungen alle paar hundert Meter entlang der Hauptstraße aufgestellt , erklären um welche Art von Bars und Guesthouses es sich hier handelt. Keine Gegend in die wir ohne einheimsche Begleitung fahren würden.


Ein anderes trauriges Ereignis dieses Tages ist leider auch noch zu vermelden: Aufgrund eines Wassereinbruchs in einer Tanzanitmine starben an diesem Sonntag mehr als 70 Personen. Eine Bergung der Leichen ist nicht möglich.


Montag.

Ein Bürotag. Gegen 10.00 taucht Mchg. Laizer schon wieder auf. (sonst kommt der eigentlich nicht so oft). Diesmal hat er Ndidai , ein 16-jähriges Mädchen, auf seinem Moped dabei. Ndidai (Mutter verstorben, Vater ein gewalttätiger Trinker) wurde bisher von der Kirchengemeinde versorgt. Nun hat das Mädchen die „Mittlere Reife“ geschafft und darf Abitur machen. Aber wer kann Schulgeld, Schulkleidung, Fahrtkosten aufkommen.

Wir werden es besprechen.


Dienstag.

Unterrichtstag für Gabi: Aufarbeitung der Wochenenderlebnisse. Was ist ein Diakon, was braucht ein Diakon, was können wir angesichts dieser Not tun, können wir überhaupt etwas tun und woher kommen die finanziellen Mittel ...?

und natürlich wie jeden Tag: Lebensmittelausgabe, nachwiegen, kontrollieren....


Mittwoch:

Wie jeden Mittoch: Managementteam (früher hätte das in Rummelberg wohl „Anstaltsleitung“ geheißen. Viele Tagesordungspunkte wie in Deutschland auch: Prospekterstellung, Computerinstallation, Personalfragen, Finanzdinge, Bau-und Reparatursachen, Spendenprojekte....) Manches dann doch speziell: Wir diskutieren inwieweit die Famileangehörigen unserer Wachleute Anspruch auf Kostenübernahme der ärtzlichen Versorgung haben. Soweit so gut, bis zu der Frage für wieviele Frauen der einzelnen Wächter die Kostenübernahme gilt? Wir haben entschieden, dass nur die erste Frau und deren Kinder akzeptiert werden (wohl wissend, dass Namen auf Quittungen frei vereinbar sind ).


Soweit mal ein kleiner Streifzug durch eine Woche. Wir hoffen wir konnten so einen kleinen Einblick geben. Dabei haben wir noch gar nichts über die Kinder in unserem Zentrum berichtet, die Diakonenschaft kaum erwähnt und und und.


In jedem Fall sind wir wirklich froh und dankbar, zu wissen , dass es in Deutschland viele Menschen gibt, die an uns denken für uns beten, hie und da einen (oft unverhofften) Gruß senden und unsere Arbeit immer wieder auch mit Spenden unterstützen. Das tut gut.


Wenn jemand die Möglichkeit hat unsere Arbeit finanziell zu unterstützen freuen wir uns darüber. Vielen Dank auch im Namen von Ndidai und den Kindern in Merehani aber auch der vielen Kinder in unserem Zentrum.


Ganz besonders bitten wir diesmal um die Unterstützung der Diakonenausbildung.

Diakone in unserer Kirche tragen ganz nachhaltig zur Glaubwürdigkeit kirchlichen Handelns bei. Spirituell reflektiert, gemeinschaftsfähig, glaubwürdig und nicht korupt. Dazu fachlich qualifiziert.


Vielleicht klingt das ja ein bißchen überschwänglich, wir sind aber trotzdem überzeugt: Die Diakone unserer Gemeinschaft tragen wesentlich zum guten Ansehen der evang. Kirche in Tanzania bei. Kirche gewinnt durch diakonisches Handeln Glaubwürdigkeit (das hilft dann auch gegen Honigtäufer)


Die Ausbildung eines Diakones kostet pro Jahr etwa 450 Euro (Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung, Honorar und Fahrkosten für Lehrer, Unterrichtsmaterial, Exkursionen, Taschengeld ....) Es wäre toll, wenn sich Sponsoren oder -gruppen entscheiden könnten: Die 450 Euro pro Jahr kriegen wir zusammen. Herzlichen Dank.

Kontoverbindung:

Mission EineWelt

Stichwort: „Faraja“ Diakonenausbildung

Evang. Kreditgenossenschaft, Kassel, BLZ 52060410

Konto Nr. 10 11 111


Wir hoffen, Euch in diesem Rundbrief ein bißchen mit in unseren Alltag genommen zu haben. Natürlich ist das alles immer nur ein Ausschnitt. Wir laden euch deshalb herzlich ein: Kommt doch für eine Weile zu Besuch. So kompliziert oder teuer ist das überhaupt nicht. Ein bisschen Gesundheitsvorsorge, Flüge gibt es ab 700 Euro und Gästezimmer haben wir in unserem Haus.

Karibuni sana.

Eurer Gabi und Günter


1Pfarrer, wörtlich Hirte

Montag, 24. März 2008

Passaka njema


Frohe Ostern

Für die meisten von euch wohl eher mit Schmuddelwetter und Kälte.

Hier in Tansania beginnt langsam die Regenzeit. Das bedeutet, dass täglich mit Regenfällen zu rechnen ist. Mal länger mal kürzer. Dazu erreichen die Temperaturen ein angenehmes Mass für uns Europäer.


Damit wir ein wenig Ruhe und Entspannung haben, verbringen wir die Osterfeiertage in Arusha in einer kleinen gemütlichen Lodge mit Swimmingpool, die unseren Geldbeutel nicht sehr strapaziert.

Gerne wären wir auch einfach daheim geblieben, doch dann wäre der Erholungsfaktor doch rapide gefallen. Wir wären zu diversen langen Gottesdiensten eingeladen gewesen, hätten auch die ein oder anderre predigt halten dürfen und wieder daheim angekommen wäre immer damit zu rechnen das Menschen an unsere Türe klopfen und die ein oder andere Hilfe benötigen.

Wir helfen und unterstützen ja gerne, nur ab und zu wünschen auch wir uns etwas Privatleben.

Dieses ist dem Tansanier an sich eher unverständlich.

“Mama, schön das du frei hast, da können wir uns ja endlich gut unterhalten und außerdem will ich dir noch was erzählen!” Ja, und da geht es ganz schnell um das ein oder andere Problem, bei dem die Mama oder auch der Papa helfen soll es zu lösen.


Darum zu Ostern freie Tage in Arusha


Was gibt es sonst so zu berichten?


Die Karwoche haben wir gemeinsam mit fast allen Diakonen und deren Familien(Frauen, Kinder und Kindermädchen) und unseren Diakonenstudenten verbracht.


Oster-Retreat nennt sich das und findet jedes Jahr statt. Es ist eine Mischung aus Diakonentag, Bibelunterricht und Urlaub.


Mit insgesamt an die 50 Personen platzte das Zentrum nahezu aus allen Nähten. Alle verfügbaren Betten waren belegt. Für die nächsten Jahre müssen wir uns was neues überlegen, da wir bei weiter wachsender Gemeinschaft nicht mehr alle unterbringen können.


Die Tage waren voll gefüllt mit Andachten, mit einem ausführlichen Vortrag eines Evangelisten, gemeinsamen Bibel teilen, viel tollem Chorgesang der Brüder, einem Ausflug in den Arusha Nationalpark, vielen Gesprächen, Lachen und Spaß und Sport.

Alles stand in diesem Jahr unter dem Thema: “Fürchte dich nicht! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen!”


Ja, bei diesen Diakonen hier in Faraja brauchen Günter und ich uns nicht zu fürchten. Es macht uns Freude mit ihnen zusammen zu sein. Vieles erinnert uns an unsere Gemeinschaften in Rummelsberg. Es ist interessant wie sich doch ähnliche Typen von Menschen auf der ganzen Welt wieder finden.


Die Diakone wie auch ihre Frauen sind selbstbewußte Persönlichkeiten. Es wird spannend sein gemeinsam mit ihnen und dann auch mit der Kirchenleitung am beruflichen Profil der Diakone zu arbeiten. Eine große Aufgabe für die Zukunft.

Allerdings sind auch viele Hürden zu nehmen und neue Projekte zu entwickeln. Denn ohne Geld geht gar nichts. Und an Geld mangelt es uns immer wieder an allen Ecken und Enden.

Gerne rufen wir uns die Berichte aus den frühen Tagen der Rumelsberger ins Gedächtnis, wenn beklagt und gebetet wird es mögen sich doch die Kassen etwas füllen.


Wir sind dabei neue Einkommensprojekte aufzubauen, um den Unterhalt des Zentrums zu sichern.

So beschäftigt sich Günter in der letzten Zeit damit wie wir eine Schweinezucht aufbauen können.


Für die Schule mit den behinderten Kindern ist es am einfachsten zu Spenden zu kommen.

Jeder denkt sich: die sind ja so nett und eigentlich alle richtig liebenswert. Und dann noch behindert in diesem armen Land. Da finden sich Gott sei Dank immer wieder Spender im Ausland wie auch in Tansania. Zur Zeit ist unser Schulleiter immer wieder mit einer Gruppe von Kindern, Günter und mir in verschiedenen Gemeinden unterwegs, um unsere Arbeit vorzustellen. Die Kinder singen, tanzen und spielen Theater, dass einem wirklich das Herz aufgeht. In vielen Gemeinden sehen die Menschen das erste Mal in ihrem Leben behinderte Kinder.Immer sind die Menschen gerührt ohne Ende. Die Spendenbereitschaft beschämt uns als Europäer oft richtiggehend. Wir wissen das die Menschen in den Gemeinden in der Regel selbst keine großen Einkommen haben, doch sie geben von ganzem Herzen Geldsummen, Naturalien, Süßigkeiten, Seife und anderes. Dabei schauen sie nicht auf ihr Einkommen. Sie geben einfach.(Wenn man es, Kosten und Einkomen umrechnet, wäre das bei uns eine Sonntagskolekte von 5000,00 – 8000,00 Euro)



Diakonenschüler sind tolle vielversprechende junge Männer. Doch leider nicht so niedlich wie kleine Kinder. Für die Diakonenausbildung Spender zu finden ist wesentlich schwieriger.

Dabei aber dringend nötig.

Vergangenes Jahr begannen 9 junge Männer die Ausbildung zum Diakon. Alle sind mit Eifer bei der Sache und lernen tüchtig. Es macht uns große Freude sie zu unterrichten, mit ihnen Bibelarbeiten zu machen und vieles mehr.

Leider ist eigentlich keiner dieser jungen Männer in der Lage Schulgeld und die kosten für Unterkukunft und Verpfelgung zu zahlen, obwohl sie selbst für hiesige Verhätnissen sehr niedrig sind.

Um unsere Lehrer die wir benötigen angemessen bezahlen zu können, müssen wir das Schulgeld sogar dringend auf ca. 500,-€ pro Jahr !! erhöhen. Im Augenblick arbeiten alle Lehrer für, wie man in Deutschland so schön sagt, weniger als ein Ei und ein Butterbrot. Wie Fahrtkosten nach Faraja bezahlt werden können, notwendige Exkursionen mit den Schülern unternommen werden können, ist immer mit vielen Diskussionen verbunden, weil einfach kaum bis kein Geld vorhanden ist.

Dabei soll aber nicht verschwiegen werden, dass die Rummelberger mit der jährlichen großartigen Unterstützung, die Diakonenausbildung überhaupt erst möglich machen !!


Die Diozöse beteiligt sich an den Kosten leider nur mit einem geringen Teil, hat aber immer wieder den Wunsch gut ausgebildete Diakone zu bekommen.


Für uns ist klar, daß eine qualitativ gute Ausbildung unerläßlich ist, das Profil des Diakons in der der Kirche zu schärfen. Genau wie in Deutschland sind gerade sDiakone in Schlüsselfunktionen der mittleren und höheren Leitungsebene notwendig und werden dort gebraucht.


Eine große Herausforderung an die Ausbildung und an uns.


Wir freuen uns über viele gute unterstützende Ideen, Gebete und auch Spender die bereit sind jungen Männern die Ausbildung zum Diakon zu ermöglichen.


Wir selbst sind gerade dabei ein Programm zu entwickeln mit dem die Diakonenschüler mit mir Gemeinden besuchen, um die Arbeit und das Berufsbild des Diakons wieder neu vorzustellen und zu bewerben.


Für mich bedeutet zu predigen, hin und wieder auch Abendmahl auszuteilen und alles in Kiswahilizu gestalten, immer noch ein großer Zeitaufwand. Im Alltag zu sprechen und Einkäufe tätigen ist ja nicht allzu schwer, doch in dieser immer noch fremden Sprache kluge Worte und Sätze zu bilden ist noch ganz schön anstrengend.


Mit Gottes Hilfe werden wir Erfolg haben. Mit gut aufgetankten Akkus nach den Ostertagen auch wieder ausreichend Energie.


Bis zum nächsten Mal wünschen wir euch alles Gute.

Bis bald! Und übrigens das Land ist so schön, dass es immer eine Reise wert ist. Und wenn man nicht gerade einen längeren Aufenthalt in einem teueren Nationalpark vorhat, ist ein Aufenthalt in Tanzania günstiger als man denkt. Karibuni nyumbani.


Wer die Diakonenausbildung unterstützen möchte, der kann das über folgendes Konto:


Mission EineWelt

Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 52060410

Konto Nr. 10 11 1111

Verwendungszweck: Diakonenausbildung Tanzania / Faraja


Vielen Dank

Freitag, 8. Februar 2008

Picha mpya

Hallo und noch schnell ein Nachtrag.
Ich habe doch glatt vergessen zu erwähnen, dass wir inzwischen Hühner haben, die recht fleißig Eier legen (wir verschenken die meisten davon) außerdem ist uns ein Hund zugelaufen, der jetzt tagsüber im Zwinger ist und nachts frei herumläuft.

Außerdem, habe ich es mal wieder geschafft, einige Bilder mehr in unser webalbum zu laden:

http://picasaweb.google.de/G.Neidhardt

Um die Bilder anschauen zu können müsst Ihr die Adresse genau eingeben.
Außerdem braucht Ihr wahrscheinlich das picasa Programm. Das gibt es bei Google gratis.

Viele Grüße
Günter

Hatuna kwa hatuna*



Hallo und viele Grüße aus Tanzania.

Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass unser letzter blog vom 26.12. stammt. Höchste Zeit also wieder mal von uns hören zu lassen.

Vorab allen die ein bißchen in Sorge um unsere Gesundheit sind: Wir sind wohlauf haben bisher noch keinerlei ersthafte Krankheiten gehabt.


Neben mir (Günter) liegt mein Notizbuch in dem ich so alles aufschreibe was zu tun und zu erledigen ist. Ich blättere gerade darin und lass euch so alle ein bißchen teilhaben an den Aufgaben und Pflichten ...


Viel Raum nimmt der Sonntag, 27. Januar ein.

An diesem Tag fand zum einen unsere Amtseinführung statt (Bild), aber noch viel wichtiger: Die Ordination von vier neuen Diakonen unserer Gemeinschaft. Wirklich ein großes Fest mit aller kirchlicher und politischer Prominenz, etwa 400 Gästen und entsprechendem Vorbereitungsaufwand.

Dabei darf man nicht erwarten, dass hier, abseits der sog. Zivilistaion, alles ein bißchen lockerer gesehen wird. Ganz im Gegenteil. Also müssen Stühle, Geschirr, Besteck... organisiert und Köche gefunden werden, Tansportfragen gelöst, Feuerstellen gebaut und entsprechend große Töpfe beschafft werden......

Natürlich wird eine eine Kuh geschlachtet, vier Ziegen gegrillt, etwa 50 Hühner beschafft,......Dazu Großreinmachen im ganzen Gelände, Chöre werden gesucht, die Kirche aufwendig geschmückt, und natürlich bekommt der Bischof vor dem Gottesdienst gekochtes Huhn (er muss Diät leben). Gebraucht werden Sonnen/Regendächer, die Straße wird ausgebessert, noch schnell die Kirche neu gestrichen und allerhand Toiletten repariert...

Soviel sei gesagt: Wir hatten ein toles Fest, alles hat geklappt, das Esssen war gut und reichlich und: das ist das Wichtigste: Auch der Geist Gottes war an diesem Tag und im Gottessdienst (4 1/2 Stunden) spürbar.


Gott sei Dank gibt es hier viele Leute und ganz besonders Diakone und deren Frauen, die ohne zu fragen: Mithelfen, anpacken, organisieren und einfach da sind. Das muss auch mal im www gesagt werden.


Jetzt vielleicht mal Schluss mit dem Fest und ein paar andere Stichworte aus meinem Buch:

  • Treffen mit Sponsoren aus USA

  • Lunch mit Opositionsführer im tanzanischen Parlament

  • Versetzungsgespräche

  • “Wo ist die Fahne”

  • Vorbereitung Vorstandssitung (Baord)

  • Gottesdienst

  • Verträge für Wachleute

  • Regelungen zur Computernutzung

  • Müllentsorgung

  • Entrümplung Computerschrott
  • Retreat für Einsegenungsbrüder

  • Kalk ulation wie sich Schweinzucht rechnet,

  • Traugespräch


Treffen hier und treffen da , Gespräch mit x und y ...

Genug zu tun also.

Ich höre jetzt mal auf mit den Aufzählungen und denke im nächsten blogg kann

a) Gabi, die zur Zeit an einem Seminar der Vertreter der deutschsprachigen Gemeinden in Ostafrika teilnimmt, ein bißchen was berichten und

    b)etwas von tanzanischen Eigentümlichkeiten erzählt werden und

    c) endlich mal genauer von unserem Zentrum (Bild) berichtet werden

    d) kommt dann sicher auch wieder die Bitte um Unterstützung die wir dringend brauchen.

Schön wäre es auch, wenn Ihr uns was fragen würdet, dann können wir antworten und davon erzählen was interessiert. (Einfach im Kommentarfeld was schreiben oder auch direkt mailen) und natürlcih freuen wir uns auch einfach so über jede Rückmeldung.


Zu Schluss darf natürlich das familäre Highligt des Monats nicht unerwähnt bleiben:

Riesig gefreut haben wir uns über den Besuch von Sara und Daniel, die sicher zuhause life berichten werden.


Hoffentlich sehen wir Sophia und Jakob auch bald.


Für heute jetzt mal viele Grüße

Günter


* Schritt für Schritt

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Heri ya Krismasi

Hallo Ihr Lieben im kalten Deutschland!


Euch allen wünschen wir ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2008.

Ganz herzlichen Dank für die vielen Weihnachtsgrüße die uns erreicht haben, wir haben uns sehr darüber gefreut. Für uns ist das ein wichtiges Zeichen, dass da noch eine Verbindung nach Deutschland und zu vielen Freunden besteht, auch wenn wir uns wohl so schnell nicht sehen können.


Viele haben gefragt, wie wir denn hier so Weihnachten feiern.

Wenn man mal davon absieht, dass es zur Zeit hier recht heiß, und zumindest im Straßenbild kaum etwas auf Weihnachten hinweist haben wir eigentlich recht traditionell gefeiert. Wir haben einen grünen Lebensbaumzweig mit Strohsternen dekoriert, es gibt Kerzen und unsere Krippe haben wir auch aufgebaut (unsere Kisten mit all unseren Sachen sind tatsächlich rechtzeitig und heil angekommen). Es gab Entenbraten , Blaukraut und Klöße, sogar Glühwein und Lebkuchen.


Am Heiligabend waren wir im deutschen Familiengottesdienst in Moshi und natürlich gab es so eine Art Krippenspiel und alle bekannten deutschen Weihnachtslieder wurden auch gesungen.


Ihr seht schon eigentlich alles wie zu hause. Halt nur eigentlich, weil die restliche Familie Neidhardt halt nicht da ist und das macht ein auch ein paar traurige Momente.


In unserem Zentrum ist es zur Zeit sehr ruhig. Bis zum 5. Januar sind noch Ferien, so dass wir es auch ein bisschen ruhiger angehen lassen können, auch wenn ständig jemand vorbeikommt und irgendetwas braucht. Das ist ein bisschen wie Labenbachhof (Von unserer Arbeit hier schreiben wir dann im nächsten blog etwas mehr).


Übermorgen fahren wir für ein paar Tage ans Meer und werden Silvester und Neujahr am Strand von Pangani verbringen da freuen wir uns schon sehr darauf.



Jetzt also noch mal ganz herzliche Grüße und einen guten Rutsch nach 2008.

Natürlich freuen wir uns weiter von Euch zu hören, ebenso wie über Besuche aus Deutschland.


Günter und Gabi

Montag, 10. Dezember 2007

Habari za Faraja


Ihr Lieben,

endlich haben wir zumindest für den Übergang eine, wenn auch treuere Internetlösung für uns zuhause gefunden, so dass auch wieder Infos verschicken können. (leider wieder ohne Bilder).


Vor drei Wochen sind wir nun in unserem neuen Zuhause angekommen (unser Gepäck zwar noch nicht, aber es besteht begründete Hoffnung, dass unsere Kisten in der kommenden Woche geliefert werden).

Wir wurden freundlich aber auch sehr respektvoll empfangen und versuchen nun so unsere Ersten Schritte als Direktor und Brüdersenior, bzw. als Ausbildungsleiterin.

Unsere Sprachkenntnisse sind, trotz bestandener Sprachprüfung in Morogoro, doch noch recht dürftig (Gabi ist natürlich schon wieder besser), aber so einigermaßen verständlich machen können wir uns schon. Da es in vielen Situationen auch niemenden gibt der Englisch spricht muss es halt in Kisuaheli gehen.


Wie ist es hier nun so? Eine einfache Frage die kaum zu beantworten ist, außer vielleicht mit

„verschieden“, „unteschiedlich“, „anders“...

Wir leben hier als Europäer und für hiesige Verhältnisse steinreiche Europäer ständig in verschiedenen Welten und switchen hin und her.

Da ist das exotische Afrika mit dem Kilimanscharo vor unser Terasse; Bananen, Papayas und Avocatos in unserem Garten eine Landschaft wie im Tourismusprospekt, extrem teuere Safarilodges ( Die Hatarilodge im Arusha Nationalpark nicht weit von hier , um mal was extremes zu nennen kostet für 2 Person pro Nacht 500 Dollar) -

und dann triffst du den Vater einer 8-köpfigen Familie, für den das Jahreseinkommen bei 500 Dollar beträgt.

Oder, um mal ein etwas weniger extremes Beispiel zu nennen: Wir können in einen Supermarkt zum einkaufen gehen, bei einem Metzger sogar „German Bratwurst“ kaufen und wenn uns danach ist, in einem Restaurant für vergleichweise wenig Geld gut essen -

und dann kommst du in unseren Speisesaal und triffst wie jeden Mittag einige Menschen aus der Umgebung die um einen Teller Maisbrei mit Bohnen bitten (und natürlich bekommen).


Es kommt uns schon manchmal komisch vor, selbst zwei Hausangestellte zu beschäftigen (eine Haushälterin für Wäsche waschen, bügeln, putzen und einen Mann der unseren Garten pflegt, für uns Gemüse anbaut, das Auto nach jeder Fahrt wieder putzt und sich demnächst noch um unsere Hühner kümmern wird. Wie gesagt, das ist ein bißchen komisch, andererseits haben die beiden ein festes Einkommen und erhalten damit ihre Familien. Es wäre also noch unverständlicher wenn wir, bloß weil wir uns komisch fühlen, keine Leute beschäftigen würden.

Es wird wohl eine Herausforderung bleiben in diesen unterschiedlichen Welten zu leben und eben damit zu leben, dass eine Tankfüllung unseres Lancruisers dem Monatsgehalt eines Lehrers entspricht.


Tanzania liegt, meines Wissens auf Platz 14 der ärmsten Länder der Welt und das Thema Armut als Ursache vielen Übels wird uns wohl noch die kommenden Jahre begleiten.


Jetzt aber ein paar Eindrücke aus dem Faraja Diaconic Center (FDC). Das Zentrum, gelegen im Norden Tanzanias, etwas abseits der großen Straßen, beherbergt die Brüderschaft und Diakonenausbildung der Evang. Kirche Tanzanias (Norddiözese), eine Primary-Schule (Klassen 1-7) samt Internat für, zur Zeit 80, körperbehinderte Kinder, sowie eine recht große Farm zur Eigenversorgung und als Einkommensproject, außerdem ein Gästehaus mit 8 Betten.


Wir arbeiten hier, an allen Ecken und Enden mit wirklich bescheidenen Mitteln (in Deutschland wären es unmögliche Verhältnisse). Es gibt ein Telefon (abgesehen von den privaten Handys) im ganzen Zentrum, kein FAX, drei funtionierende Computer, dafür nur einen Drucker, keinen Kopierer.....

Im Speisesaal haben wir aktuell zuwenig Stühle, im Boardinghaus fehlen Decken und Matrazen...

ich möchte die Liste gar nicht fortsetzten sondern lieber sagen:

Trotzdem oder gerade zum Trotz geschiet hier eine wirklich segensreiche Arbeit.


Die Diakonenschaft wächst( demnächst 22 eingesegnete Diakonen, und etwa 15 in Ausbildung) und wir erleben eine Gruppe junger Männer mit einer beeindruckenden diakonischen Gesinnung. Fromm, ernsthaft, aufrecht.


Und wir erleben, wie behinderten Kindern, die normalerweise ein Leben als Bettler fristen würden

Zukunftschancen erhalten.

Als Beispiel will ich von Modesti berichten: Modest ist unter anderem kleinwüchsig. Er besuchte unsere Schule und schloss sie ab. Anschließend konnte er im Usa River Rehabilitation Center (auch eine Einrichtung die von den Rummelsbergern gefördert wird) eine Ausbildung zum Schreiner absolvieren. Dank einiger Spendengelder konnten wir ihm dann eine Werkzeuggrundausstattung vorfinanzieren und zur Zeit arbeitet er für ein oder zwei Monate bei uns und repariert alles was ein Schreiner so reparieren kann. Außerdem hat er von uns noch einen Privatauftrag über den Bau von Terassenmöbel.


Alle unsere Arbeit, alle die kleinen und großen Projekte klappen nur deshalb, weil es Menschen gibt, die unsere Arbeit mit ihren Gebeten aber eben auch mit ihren Geldzuwendungen unterstützten.


Wir hatten in diesem Jahr die Auflage alle Gehälter um ca. 50% zu erhöhen. Das hat dann dazu geführt, dass einige geplante Projekte auf Eis gelegt werden mussten um wenigstes das allernotwendigste bezahlen zu können.


Ganz herzlichen Dank also allen die uns bisher unterstützt haben. Vergelts Gott.

Natürlich sind wir auch weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Wir würden uns sehr freuen.

Alle unsere Spemnden laufen über Mission EineWelt in Neuendettelsau, das ist die „Auslandsabteilung“ der Evang. Kirche in Bayern, so dass die ordnungsgemäße Verwendung der Spenden, samt der Erstellung von Spendenquittungen, 100% sichergestellt ist.

Bank: Evang. Kreditgenossenschaft BLZ: 520 604 10

Konto Nummer:1011 111

Als Verwendungszweck bitte angeben: Arbeit Neidhardt / Faraja Diaconic Center


Vielen Dank.


So langsam komme ich zum Schluss.

Natürlich wissen wir, dass morgen der 2. Advent ist. Man muss es hier aber schon wirklich wissen,

merken kann man es eigentlich kaum. Es gibt keine Weihnachtsbeleuchtung oder sonstige Weihnachtsdekoration in den Städten, Läden oder Häusern, auch keinen Nikolaus, Lebkuchen oder Adventskranz. Auch keine Beschallung mit Weihnachtliedern und weil wir weder Zeitung noch TV haben kriegen wir auch keine Weihnachtswerbung mit (sofern es sie gäbe).

Lediglich in den Schreibwarenläden werden Weihnachtskarten verkauft und heute sah ich einen fliegenden Händler mit einem bunten Plastikchristbaum. Alles ein bißchen ungewohnt zumal die Tagestemperaturen bei uns in immerhin 1400 mtr. Höhe so bei 25 Grad liegen.


Zum Glück haben wir gerade noch rechtzeitig unseren Adventskalender (der andere Advent) aus Deutschland bekommen so kommt dann, zusammen mit einer Kerze doch etwas Stimmung auf.

Ein bißchen Heimat ist schon wichtig, aber ich denke mir auch, dass Weihnachten in Tanzania wohl dem „Ur“christfest näher kommt als unser westliches Christfest.


Das sind halt wieder so zwei Welten mit denen wir leben. Jedenfalls ist die Ente für Weihnachten bestellt und Klöße werden wir im zweifelsfall auch hinkriegen ( wobei Mango-ugali eine ernstzunehmede Alternative wäre). Wenn dann noch unser Gepäck kommt werden wir auch noch Weihnachtsdeko haben und in Moshi gibt es einen deutschsprachigen Weihnachtsgottesdienst so dass uns eigentlich nichts fehlt.

Ausgenommen Ihr alle! Jeder ganz persönlich. Das wird bestimmt das Schwierigste.

Denkt also an uns, wir denken sicher an Euch.


Behüt euch Gott!


Günter und Gabi



P.S. Einige von Euch werden diesen Eintrag auch noch mit der Post bekommen (der gute alte Rundbrief). So genau konten wir die unterschiedlichen Adressen nicht trennen.