Montag, 13. April 2009

Bwana amefufuka!


Bwana amefufuka! Der Herr ist auferstanden!
Heute ist Ostermontag und mit dem traditionellen Osterruf senden wir viele Grüße aus Tanzania.
Zugegeben, wir waren in letzter Zeit in bisschen nachlässig mit unseren Berichten.

Das liegt vielleicht daran, dass in letzter Zeit wirklich viel zu tun war, die Wochenenden ebenfalls ausgebucht waren und wir am Abend doch meist rechtschaffen müde waren. Gestern am Ostersonntag dachten wir auch es würde ein ruhiger Sonntag werde, auch wenn wir bei einem Nachbarn zum Mittagessen eingeladen waren. Naja, nach dem Gottesdienst tauchte plötzlich eine Gruppe Deutscher auf, die ein Project bei den benachbarten Heilig Geist Schwestern haben, und natürlich kümmert man sich um seine Gäste. Die Einladung zum Mittages verlief dann so: Als die Deutschen gegen 13.00 Uhr wieder weg waren, sagte uns der Nachbar wir würden schon erwartet. Als wir dan so gegen 13.30 da waren, war aber nur die Hausfrau da, die schon fleißig kochte. Gegen 14.30 kam dann der Hausherr mit noch weiteren Gästen und so gegen 15.30 gab es dann, ein wirklich gutes, Mittagessen. Alles in allem waren wir gegen 18.00 wieder zu hause, und es war trotzdem ein gemütlicher Ostersonntag.

Heute morgen gegen 7.30 hat uns dann ein Lehrer, der hier wohnt, herausgerufen, weil seine Frau dringend ins Krankenhaus gebracht werden sollte. Das haben wir geregelt.
So um 9.30 kam dann ein weiterer Nachbar, der um Hilfe bat, weil seine Mutter schwer erkrankt sei und ebenfalls ein Krankentransport nötig sei. Der Mann kann Gott sei Dank selber Auto fahren und ist sehr zuverlässig, so dass er unser Auto bekam.
Jetzt hoffen wir also auf einen ruhigen Ostermontag.

Ein bisschen mehr Hoffnung für unsere Maisernte haben wir auch wieder, da es in den letzten Tagen wenigstens etwas geregnet hat. Wir brauchen aber noch sehr viel mehr Regen. Es ist schon bedrückend, wenn der so genannte „Klimawandel“ plötzlich wirklich lebensbedrohend nahe ist. In Europa nehmen wir das, so glaube ich, immer noch nicht ernst genug. Hier in Afrika werden Menschen, aufgrund der Erderwärmung, verhungern.

Zum anderen große Thema werden wir auch immer befragt: Merkt Ihr was von der Finanzkrise? Die Antwort ist eindeutig ja. Ganz direct hier, weil Stiftungserträge in den USA „verloren“ gegangen sind, und zugesagte Finanzierungen aus Stiftungskapital plötzlich nicht mehr möglich sind. Einen Rückgang von Spenden müssen wir Gott sei Dank noch nicht feststellen und ich hoffe und wünsche sehr, dass jetzt nicht diese unselige Argumentation „.... wir haben ja genug Not in Deutschland, da können wir gar nicht auch noch Menschen in Afrika unterstützen..“ wieder zunimmt.
Das Land selbst, merkt die Finanzkrise natürlich auch, obwohl man zuerst dachte: „Naja, wir haben ja sowie kein Kapital, also können wir auch keines verlieren.“ Geplante, ausländische Investionen bleiben aus, Finanzzusagen können nicht eingehalten werden, der Tourismus ist rückläufig, ebenso der Export.
Die Menschen haben wieder einmal unter etwas zu leiden, wofür sie gar nichts können.

Natürlich könnte ich seitenlang über die kleinen und großen Probleme berichten.

Heute ist aber Ostern und das „Bwana amefufuka“ soll im Vordergrund stehen. Christus ist auferstanden, so dass auch wir aufstehen können, für das Leben der Menschen.
Ein deutscher Theologe (vielleicht kann mir jemanden sagen wer es war, ich hab´s vergessen) hat mal gesagt: Das Christentum ist ein „Trotzdemglaube“. Da ist was dran. Wir feiern die Aufersteheung und das Leben trotz....... Wir glauben an die Gerechtigkeit Gottes trotz ...... Wir hoffen auf eine Wendung zum Guten trotz .... Wir rechnen und spüren Gottes Gegenwart trotz.....

Unsere Osterbotschaft heute heisst also: TROTZDEM LEBEN!

Das war jetzt mehr der grundsätzliche Teil für heute und dazu gehört natürlich auch der Dank an alle die uns bisher unterstützen und das auch weiterhin tun. Unterstützen im umfassenden Sinn, durch Gebete, Gedanken, Kontakt halten, natürlich auch durch materielle Hilfe. Vergelt´ s Gott, wir brauchen Euch!

Jetzt noch ein paar Schlaglichter aus der den letzten Wochen:

Von Palmsonntag bis Karfreitag hatten wir wieder unser Osterbesinnungstage hier im Zentrum. Teilgennomen haben (fast) alle Diakone samt Familie und alle Diakonenstudenten. Zusammen waren wir über 50 Personen. Das Motte der Woche war dem Galaterbrief entnommen: „Einer trage des anderen Last....“ Es war eine sehr ge- und erfüllte Woche mit Bibelarbeiten, Sport, Ausflug, Andachten, liturgischer Nacht und einem Aussendungsgottesdienst am Gründonnerstag, zugast war der stellvertretenden Bischof.

Mein privates Highlight war mein 50. Geburtstag, denn wir entspannt und mit einem super Menu in unserem Lieblingsresort am indischen Ozean ( www.thebeachcrab.com ) gefeiert haben. Danke noch mal für alle Gruesse und guten Wünsche.

Schön war auch die Zeit die Jakob hier war. Auch wenn wir immer wieder sehr eingespannt waren, hatten wir eine gute Zeit zusammen. Für ein verlängertes Wochenende besuchten wir die Usambaramountains und endlich war es auch möglich das Wildtierreservat Ndarakwai zu besuchen. Das ist ein kleiner, tierreicher Nationalpark, etwa 40 Minuten von uns entfernt.

Ein Besuch bei uns lohnt sich also und wir freuen uns darüber. Wir freuen uns auf alle, die Ihren Besuch schon geplant haben und wir ermuntern alle: Schaut doch mal vorbei, es ist gar nicht so kompliziert oder teuer.

Ihr solltet uns auch schon deshalb mal besuchen, weil es einfach unmöglich ist, das Leben hier auch nur annähernd zu beschreiben.

Für heute soll es damit genug sein.
Vergesst nicht: Amefufuka kweli! Er ist wahrhaftig auferstanden.
Gabi und Günter Neidhardt

Sonntag, 8. Februar 2009

Tumerudi salama

Wir sind gut zurückgekehrt

Nach einem, diesmal problemlosen Flug, sind wir am vergangenen Dienstag, wohlbehalten am Kilamnjaro International Airport ( bei 32 Grad +)gelandet. Eine kleine Delegation aus Faraja hat uns dort herzlich empfangen. Es war überhaupt schön zu spüren und zu erleben, wie wir überall zurückerwartet wurden und die Menschen sich wirklich freuten uns wiederzusehen. Viele Umarmungen, Hände schütteln und viel ehrliches Bedauern, der Kälte in Deutschland wegen.

Auch wenn uns die Arbeit und die Probleme hier gleich wieder mit voller Macht eingefangen haben, dazu später mehr, gehen unsere Gedanken auch noch zurück nach Deutschland. Besonders die vielen vielen tollen Begegnungen dort – mit vielen von Euch- haben uns schon auch berührt.

Mit großer Dankbarkeit denken wir zurück: An Heiligabend mit allen unseren Kindern in Saras und Daniels Wohnung. (Danke auch an den Altdorfer Dekan, der aus einem „bescheuerten“ Predigttext tatsächlich eine tolle Weihnachtspredigt gebastelt hat), an Weihnachten mit meiner (Günters) Mutter und allen meinen Geschwistern, samt Familien. Schön war es, zum wahrscheinlich 25. mal mit Renate und Peter Silvester zu feiern.

Weiter ging es mit Langlauf in Ruhpolding, und Treffen mit: Ehemaligen Mitarbeitenden, FreundInnen, dem Frauenkreis, erweiterten Schafkopffreuden, Danke noch mal: Helmut und Irmgard, Maria, Burgi,Robert ....

Über Röhrmoos(Gemeindeabend) zurück nach Rummelsberg: Regionalgruppe der Diakoninnen Abendeinladungen bei den Familien Oehrtel und Bub, die unkomplizierte Gastfreundschaft von Rita und Uli Schindler. Abschließend zwei Highlights : Ein Projektabschlussabend der Evang. Jugend Bad Neustadt/Saale mit der Übergabe einer sagenhaften Spendensumme von über 2500,00 Euro. Nachmals herzlichen Dank. Und:

Der Einsegnungsgottesdienst zur Diakonin unserer Tochter Sara. Wir freuen uns sehr darüber und ein bißchen stolz sind wir auch.

Jetzt aber Umschnitt nach Afrika.
Leider ist manches, obwohl fest ausgemacht noch nicht erledigt worden. Wir sind schon ein bißchen gelassener geworden, ob wir uns jemals daran gewöhnen werden, an „lieber machen wir mal gar nichts, bevor es dem Direktor am Ende nicht recht wäre, wenn wir etwas gemacht hätten“......OK, ist ein bißchen unfair, weil ja das Zentrum trotzdem läuft, der Unterricht der Diakonenschüler und in der Behindertenschule auch ohne uns begann und eigentliche nichts vergeudet wurde außer Zeit. Das ist aber eben schon wieder unser Denken.

Heute und hier ist es knallheiß. Dazu weht ein ebenso heißer staubiger Wind.
Leider war es in den letzten 5 Wochen ebenso heiß und trocken, so dass der zweite Versuch einer Bohnenernte noch auch gescheitert ist.
Für viele Menschen hier in der Umgebung, die ihr letztes Geld für Bohnensamen ausgegeben haben (zum allergrößten Teil haben sie das Geld, mit der Hoffnung auf eine gute Ernte geliehen) heißt das totale Pleite. Keine Bohnen, nicht genug Vorrat für das Jahr und auch noch Schulden. Zunehmend werden Menschen hungern und wirkliche existenzielle Not leiden, sich Krankenversorgung nicht mehr leisten können, Kinder von der Schule nehmen müssen .....

Für uns als diakonisches Zentrum heißt das: Auch wir werden Bohnen teuer kaufen müssen und darüber hinaus stellen wir uns darauf ein, in ein paar Monaten für sehr viel mehr Menschen zu kochen.
Deshalb unsere große Bitte und der erste Spendeaufruf:
Helft uns weiterhin so toll mit euren Spenden. Schon mit 10 Euro im Monat können wir Hungernden eine warme Mahlzeit täglich bieten. Vielen Dank.

Pünktlich am 14. Januar hat der Unterricht in der Diakonenschule wieder begonnen.
Alle 8 Studenten waren rechtzeitig da und auch für uns war es schön uns wiederzusehen und die kleine, aber tolle Gemeinschaft der Ausbildungsbrüder zu erleben. Es ist wirklich das gewachsen, was sich Brüderschaft nennt, aber eben kaum zu beschreiben ist.

Hier kommt schon der zweite Bitte uns weiterhin zu unterstützen. Obwohl die Schulgebühren (Unterricht, Unterrichtsmaterial, Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung, Exkursionen) schon hoch gesponsort, sind bleiben dennoch 3 Studenten, die den Eigenbeitrag von 100 Euro/Jahr nicht aufbringen können.

Da ist Bruder A, dessen Vater die Famile samt dem Ersparten verlassen hat. Die Mutter von A hält die Famile durch den Verkauf von gebrauchten Poloshirts über Wasser.
Oder B, in dessen Elternhaus ein Feuer ausbrach, das den Viehbestand dezimierte und der Schwester schwere Brandverletzungen zufügte, so dass das letzte Geld für die Behandlungskosten drauf ging.
Oder C, der schon 30 ist und einen Handwerksberuf erlernt hat. Da ist keine Unterstützung von der Familie mehr möglich. C folgt aber konsequent seiner tief empfundenen Berufung.

Vielleicht gibt es ja jemanden unter Euch, der so eine A B C Patenschaft übernehmen möchte.


Ebenfalls am 14. Januar begann der Unterricht in unserer Schule für körperbehinderte Kinder.
Für 25 Jungen und Mädchen war es gleichzeitig der 1. Schultag in unserer Vorschulklasse. Es war ein schönes Erlebnis für uns die Neuen in Ihrer Klasse begrüßen zu können. Und es wirklich toll zu wissen, wir können diesen 25 zum Teil sehr schwer behinderten Kindern helfen, ein selbstständiges Leben zu führen. Providing a Life of Opportunities!

In diesem Zusammenhang berichten wir gerne und voller Stolz, dass alle !!!! 15 SchülerInnen unserer letzten Abschlussklasse die Berechtigung zum Besuch der höheren Schule erlangt haben und nun mit staatlicher Unterstützung weiterlernen können.

Nein, Spendenwerbung für die Arbeit mit den Behinderten Kindern machen wir heute nicht. Erst mal wollen wir schauen, was wirklich notwendig ist, und wofür schon Spenden da sind.
In diesem Zusammenhang:
Ganz herzlichen Dank für alle bisherige, großartige Unterstützung unserer Arbeit.
Für uns ist das nicht nur eine finanzielle Unterstützung, es ist immer auch ein Zeichen der Verbundenheit.

Auch wenn das jetzt schon viel Text ist, ist längst nicht alles berichtet und beschrieben. Vielleicht habt Ihr auch gemerkt, dass der blog in mehreren Etappen geschrieben wurde. Das hat mit den zur Zeit leider häufigen Stromausfällen zu tun.

Wie immer laden wir Euch ein, uns zu besuchen. Da kann ein Text noch so lang sein, ich werde nie genau das beschreiben können was hier vor Ort wirklich so passiert. Kommt also gerne. Es ist einfacher als man denkt.

Hier jetzt noch mal die Spendenkontonummer:
Mission EineWelt, Konto 10 11 111, Bank: EKK BLZ 52060410
Stichwort „Faraja“


Gott befohlen
Günter und Gabi Neidhardt

P.S. Wir haben uns gefreut, dass wir von so vielen Leuten auf unseren blog angesprochen wurden, und uns versichert wurde, dass unsere Infos auch immer aufmerksam gelesen wurden. Das verpflichtet uns natürlich weiterhin einigermaßen regelmäßig zu schreiben.

Freitag, 12. Dezember 2008

Taize in Nairobi

Liebe Freunde, Verwandte, Bekannte,
im letzten blog hat Günter angekündigt, dass ich euch über das Youth Meeting der Brother of Taize in Nairobi, Kenya berichten werde. Also gut!

Es war einfach toll!

Pilgrimage of Trust on Earth – Together, seeking paths of hope

Unter diesem Motto trafen sich über 7000 junge Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern, Europa, Asien und Amerika in Queen´s of Apostles einem großen katholischen Compound.

Darunter auch wir aus Ushirika wa Diakonia Faraja – 8 Studenten und ich als ihre Leiterin.

Für fast alle meiner Studenten war es das allererste Mal das sie ihr Heimatland Tanzania verließen.
Sie versuchten sich ihre Aufregung nicht anmerken zu lassen, aber ich habe es natürlich bemerkt.

Wir reisten zusammen in einem großen Reisebus mit einer großen Jugendgruppe (46 Personen)der Don Bosco Brüder hier in Moshi. So begann schon unsere Fahrt ökumenisch.
Einige Wochen zuvor hatten wir uns zu einer gemeinsamen Vorbereitung getroffen. So waren wir uns nicht mehr allzu fremd und vor allem die jungen Damen zeigten großes Interesse an meinen jungen Herren. Diese waren von neuen Bekanntschaften auch nicht abgeneigt.

Nach vielen Stunden Fahrt auf teilweise sehr schlechter Straße erreichten wir endlich Nairobi.
Nairobi eine riesige Millionenstadt mit vielen Gesichtern.
1.Abgrundtiefe Armut
2.Städtisches afrikanisches Leben, wie wir es von Moshi, Arusha oder Dar kennen
3.Europäische oder amerikanische Großstadt mit vielen Hochhäusern, Banken, Versicherungen und teuren Geschäften

Doch wir waren ja auf Pilgerfahrt.
Am Hauptveranstaltungsort angekommen wurden wir von unseren Reisegefährten getrennt und als kleine Gruppe in eine presbyterische Gemeinde geschickt die uns herzlich willkommen hieß.
Alle TeilnehmerInnen wurden in Gastgemeinden aufgeteilt. In der Gemeinde selbst wurden wir dann nochmal in einzelne Gastfamilien verteilt. So kam ich zusammen mit einem meiner Schüler als Gast in eine typisch kenyanische Familie. Wir teilten unsere Zimmer mit Familienangehörigen und lebten einfach in der Familie mit sofern wir nicht unterwegs waren.
Jeden Morgen trafen wir uns dann mit den jungen Menschen der Gemeinde in den Gemeinderäumen zusammen mit weiteren Gastgruppen aus Singida(Tanzania), Madagaskar und Burundi.
Wir beteten unser Taizegebet zusammen und danach folgte was die Gemeindejugend für uns vorbereitet hatte.
Den ersten Vormittag bekamen wir Gelegenheit in zwei Gruppen entweder ein Waisenhaus oder Street Children zu besuchen. Beide Gruppen waren sehr beeindruckt von der Arbeit die uns vorgestellt wurde.
Am zweiten Vormittag lernten wir Mitarbeiter vom Street Children Project und von einem Flüchtlingscamp für werdende Mütter kennen. Sie berichteten über ihre Arbeit und deren Hintergründe und auch wie ihr Glaube ihnen bei ihrer teilweise aussichtslosen Arbeit hilft.
Sehr beeindruckend.
Am dritten Vormittag beschäftigten wir uns mit den Fragestellungen die zur morgendlichen Bibellese gehörten und kamen so intensiv miteinander ins Gespräch.

Der vierte Vormittag war dem Sonntagsgottesdienst gewidmet und danach hieß es Abschied nehmen von uns mittlerweile liebgewordenen Menschen.

Doch nun zu den Nachmittagen:
Nach dem täglichen vormittagsprogramm in den verschiedensten Kirchengemeinden wurden wir immer per Bus Transfer zum Hauptveranstaltungsort gebracht.
Dort reihten wir uns dann in die langen Schlangen zum Essen fassen ein. Eine Meisterleistung diese vielen Menschen immer gut zu verpflegen.

Jeden Mittag folgte dann der Common Prayer in einem riesigen Zelt für alle und das gleiche am Abend noch einmal.
Wer Taize kennt, weiß um die meditative Atmosphäre dort. Taize in Afrika ist schon etwas anders.
Der Glaube und die Glaubensfreude der Afrikaner zeigt sich einfach in lebendigem singen und Tanzen. So war dann ab dem zweiten Tag die Stimmung voll Lebendigkeit mit viel Singen und Tanzen vor den Gebetszeiten. Ich war sehr neugierig, ob es gelingen würde 7000 tanzende und singende junge Menschen in eine meditative Stimmung zu bringen für eine Stille von bis zu 10 Minuten.
Das für mich zunächst unmögliche gelang hervorragend. Mit leiser werdender Musik setzten sich wie auf Kommando 7000 Menschen auf den Boden und meditative Stille war auf den Punkt vorhanden. Einfach gigantisch!
Dazu die bekannten Taize Gesänge zum großen Teil in Kiswahili übersetzt und dazu eigene neue Taizelieder in Kiswahili. Eine Stimmung zum Tränen in die Augen bekommen oder Gänsehaut kann ich nur sagen.
Die Hauptsprache war im wesentlichen Englisch und Kiswahili, dazu wurde noch auf Französisch übersetzt.
Zwischen diesen großen Gebetszeiten waren dann verschiedene Gruppenangebote wahrzunehmen in die wir uns in Kleingruppen aufteilten. Am beliebtesten waren aber immer die Gruppen in denen etwas aus den verschiedenen Ländern gezeigt wurde. Tänze, Gesänge und kleine Theaterstücke.

Alles in allem eine Reise von der wir voll gefüllt mit Gefühlen, Erfahrungen und neuen Ideen zurückkehrten.
Klar ist, dass wir uns im neuen Jahr nochmals mit unseren Freunden von Don Bosco treffen werden, um Rückschau zu halten und vielleicht auch Vorschau für weitere gemeinsame Aktivitäten.
Auf alle fälle hat sich viel in unserer kleinen Studentengemeinschaft verändert. Meditation ist ab sofort interessant und der Common Prayer wird in unser geistliches Leben integriert. Die neuen Lieder sind sowieso schon in unser Repertoire aufgenommen.
Das nächste Ziel ist nun die gesamte Gemeinschaft an unseren Erfahrungen teilhaben zu lassen und einzubeziehen. In unserer Jahresretreat wird es darum gewiss nicht nur einmal ein Common Prayer nach Taize Art geben.

Jetzt sind aber erstmal verdiente Weihnachtsferien. Alle Schüler und Studenten sind nach hause gefahren. Im Zentrum herrscht große Ruhe, nur in der Verwaltung wird am Budget 2009 und dem Studienplan 2009 gearbeitet. Nächste Woche ist dann hier auch Weihnachtsruhe bis alle im neuen Jahr mit neuer Kraft wieder ans Werk gehen.
84 Kinder werden erwartet, davon über 20 neue Gesichter zum Schulanfang.
Den werden wir erst verspätet haben, da wir ja vom 21.12.2008- 26.01.2009 in Deutschland sein werden. Wir freuen uns schon viele von euch treffen zu können.

Darum jetzt an euch alle ein ganz herzliches Krismasi njema na Mwaka mpya mwema!

Frohes Fest und ein gesundes neues Jahr euch allen!!!

Eure Gabi

Sonntag, 30. November 2008

Fungua Milango Yote*


Ihr Lieben,
heute ist der 1. Advent und wir grüßen Euch alle von Herzen. Das bekannte Lied *Macht hoch die Tür .....steht auch im Lutherischen Gesangbuch Tanzanias.

Ich komme gerade aus dem Gottesdienst und auch wenn wir „Macht hoch die Tür...“ nicht gesungen haben, so doch „Mit Ernst oh Menschenkinder (Wakristo, iwekeni mioyo tayari..) und „Fröhlich soll mein Herze springen (Moyo wangu sikiliza). Es ist schon nach wie vor etwas ungewohnt. Wir singen Adventslieder, hören eine Predigt zum Advent und auch die Liturgie ist die gleiche wie in Deutschland. Was es nicht gibt sind Adventskranz, Sterne, Zweige oder sonstige Symbole, dazu ist es mit etwa 30 Grad richtig warm.

Am Donnerstag ist der letzte Schultag und Schuljahresende. Sommer/Weihnachtsferien stehen vor der Tür.
Zumindest ein paar Impressionen sollen Euch aber noch erreichen, bevor wir wir uns dann selbst auf den Weg nach Deutschland machen.

Seit Mittwoch und bis morgen Montag ist Gabi mit den Diakonenstudenten in Nairobi (Kenya) dort findet ein afrikanisch/internationales Taize-treffen mit ca. 8000 TeilnehmerInnen aus vielen Ländern statt. Muss toll sein und ich selbst schon auf die Berichte gespannt.

Ein Highlight vor zwei Wochen war eine dreitägige Reise in die Massaisteppe, zu der uns unser Nachbarpfarrer eingeladen hat. Wir hatten die Gelegenheit an einer Zeremonie teilzunehmen, die den Übergang vom Kind zum Jugendlichen markiert (Jungs). ES gibt da sehr genaue Regeln und die Kirche hat sich da gut und akzeptiert eingeklinkt, und das ganze auch noch mal mit einer Art Konfirmation verbunden. Es war ein grpßes und farbenfrohes Fest. Weiter ging es mit Besuchen in verschiedenen Bomas. In der Regel gab es dann zuckersüßen Milchtee und Fleisch. Wir haben gesehen wie und wo traditionelle Medizin hergestellt wird, den mühsamen Weg der Wasserbeschaffung erlebt, grandiose Landschaften gesehen, Gruben von Edelsteinsuchern angeschaut, in Rundhütten auf Ziegenleder geschlafen und vieles mehr. Sehr eindrücklich aber auch sehr abenteuerlich.


Nachdem wir nun über ein Jahr hier sind, wiederholen sich nun viele Sachen. Das heißt z.B. dass am Dienstag unser Betriebsausflug stattfinden wird, diesmal in den Manyara National Park, am Mittwoch das große Beratungsgremium der Diözese tagt (im bayrischen Denken wäre das der Landeskirchenrat zusammen mit dem Landesynodalausschuss) am Donnerstag dann am Abend die Schulabschlussfeier stattfinden wird und am Freitag die Diakonenschüler zum grillen eingeladen sind. Samstag ist dann schon wieder Diakonenhochzeit und wie überall geht es auch bei uns im Dezember ums Geld. Also den Jahresabschluss 2008 und das Budget für 2009.

Alles in allem noch ein bißchen was zu tun.

Was die fehlende Weihnachtsdeko angeht, so haben wir in unserem Haus natürlich schon etwas dekoriert. In den Fenstern hängen Strohsterne und einen Art Adventskranz mit vier Kerzen haben wir auch.

Die vierte Kerze werden wir zum Frühstück an unserem Abflugtag nach Deutschland anzünden, so hat der Adventskranz noch eine andere Beutung. Wir freuen uns jedenfalls viele von Euch bald wiederzusehen.
Heiligabend werden wir in Altdorf verbringen, anließend sind wir ein paar Tag in Bayreuth.
Anfang Januar in Ruhpolding und danach wahrscheinlich in Röhrmoos und Rummelsberg. Am 23.01. sind wir in Neustadt / Saale und am 25.01. zu Saras Einsegnung in Rummelsberg. Zurück geht es am 26.01.
Soweit mal zur Information.

Eine gesegnete Adventszeit Euch allen
Gabi und Günter Neidhardt

Sonntag, 12. Oktober 2008

Kazi kubwa

Ihr Lieben,

es ist ja nun wirklich schon wieder eine ganze Weile her, seit wir das letzte mal auf diesem Weg von uns hören haben lassen. Zeit also für ein paar Zeilen aus Tanzania.

Zuallererst: Wir sind gesund, munter und wohlauf, von kleineren Krankheitsattacken abgesehen, war es eigentlich auch die ganze letzte Zeit so.


Während in Deutschland jetzt der Herbst einzieht, hat bei uns die kleine Regenzeit begonnen. Das heißt es ist gibt täglich ein bisschen Regen, dazwischen ist es aber, auch auf unserer Höhe richtig heiß. Der Regen wird irgendwann wieder aufhören, die Hitze aber wohl in den nächsten Monaten ehr noch zunehemen.


Wir immer war (und ist) viel los hier bei uns*, so dass es wohl am Besten ist mit einer kleinen Rückschau zu beginnen:


Rückblick:


Am vergangen Sonntag feierten wir hier den Abschied von 15 Schülern , die nach 7 Jahren und abgelegter staatlicher Prüfung, unsere Grundschule abgeschlossen haben. Es war ein großes Fest mit über 300 Gästen, darunter auch ein Minister, der Bischof und allerhand sonstige Prominenz. Hoffen wir mal, dass sich der Minister auch noch an alle Versprechungen die er gemacht hat erinnert. Egal, es war wirklich ein tolles Fest und jetzt geht es darum, alle 15 behinderten Schüler entweder in weiterführende Schulen oder in Berufsausbildung zu vermitteln. Keine leichte Arbeit,da die wenigsten Schulen für Behinderte wenigstens einigermaßen zugänglich sind.

Wir sind aber zuversichtlich.


Im September waren für 3 Wochen Jakob und Sophia zu Besuch. Das war natürlich eine große Freude, die beiden nach nun doch schon 14 Monaten endlich wiedersehen zu können. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen, konnten einiges unternehmen (indischer Ozean, Nationalpark ....) und natürlich waren die drei Wochen viel zu schnell vorbei.


Gäste:

Auch wenn die Jahreszeiten und der Jahresrhytmus hier anders als in Deutschland ist, haben wir doch die europäische Urlaubszeit deutlich wahrgenommen. Einmal gab es viel weniger E-mails, zum anderen dafür aber viel mehr Besucher, über die wir uns immer freuen.


Allen voran zu nennen ist eine Gruppe von Rummelsberger DiakonenschülerInnen, die zusammen mit Peter Barbian und Uli Schindler für 3 Wochen zu Gast waren. Es waren intensive Begegnungen mit den tansanischen Diakonenschülern und wir hoffen auf eine Fortsetzung dieser Begegnung.

Danach dann gleich unsere Freunde von der Wilhelm-Löhe-Schule in Traunreuth, mit der wir nun einen offiziellen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen und gefeiert haben.


Viele andere Gäste aus aller Herren Länder haben uns und/oder unser Zentrum besucht. Nehmt es gerne als Beweis dafür, dass es gar nicht so schwierig (und auch nicht sooo teuer) ist, bei uns vorbei zu schauen.

Ein tansanisches Sprichwort sagt: „Besucher sind ein Segen“. Unter vorgehaltener Hand wird dann zwar gesagt: „......aber nur weil es dann mal etwas gescheites zum Essen gibt“. Nein, ehrlich, wir freuen uns wirklich über Gaste.


Natürlich ist noch viel mehr passiert. Intensiv versuchen wir in viele Abläufe hier etwas mehr System und Struktur zu bringen, die Gesundheitsverorgung zu verbessern, den Lehrplan für die Diakonenausbildung weiter zu entwickeln und vieles mehr.

Das geht alles nicht so schnell wie wir es uns wünschen würden. Das Buch „Die Entdeckung der Langsamkeit“ habe ich schon vor Jahren gelesen, schickt es mir also bitte nicht. Vielleicht sind es ja wirkliche kulturelle Unterschiede, vielleicht will man uns manchmal auch ein bisschen ausbremsen vielleicht ist es von allem ein bisschen was.

Es geht vieles voran aber eben oft nur Schrittchen für Schrittchen. Dazu ein andermal mehr


Vorschau:

Morgen haben wir das nächste Großereignis vor uns. Einer der Diakone die hier im Zentrum arbeiten feiert seine Hochzeit hier. Da sowohl er, als auch seine Braut aus der Umgebung kommen und beide dem gleichen „Stamm“ angehören wird das eine Großveranstaltung mit mindestens 1000 Menschen.


Nächste Woche werden wir dann für 5 Tage in Daressalam bei der Jahreskonferenz der bayrischen Missionare sein und anschließend noch ein paar freie Tage am Meer dranhängen. Wir freuen uns auf die Begegnungen mit den Kollegen/innen auch ganz Afrika und natürlich auf die Aussicht auf ein paar entspannende Tage.


Ende November wird Gabi mit den Diakonenschülern zu Taize-Treffen nach Nairobi (Kenia) fahren.


Die weitere Vorschau geht dann schon nach Deutschland. Vom 22. 12. bis zum 26.01.09 werden wir Heimaturlaub haben, hoffentlich viele von Euch treffen. Ein paar Termine für Infoveranstaltungen können wir auch noch vergeben. Meldet Euch einfach.



Freud und Leid

Viele der KollegInnen mit denen wir uns auf unsere Ausreise vorbereitet haben berichten von schmerzhaften Erfahrungen mit Tod und Sterben. Auch wir werden häufig mit dem Tod konfrontiert. Gerade gestern ist die Nichte unseres Gärtners mit 30 Jahren, wohl an HIV, verstorben. Sie hinterlässt mehrere Kinder. In der vergangen Woche begruben wir den Bruder eines Diakons.

Besonders schmerzhaft war der Tod einer 14-jährigen Schülerin aus unserem Zentrum, mutmaßliche Todesursache war ein Gehirntumor.

Bei aller scheinbaren Normalität hier in Tanzania erinnert es der Tod so vieler schmerzhaft daran, dass es eben für viele Krankheiten die bei uns geheilt werden könnten, hier keine Möglichkeit gibt. Das wäre jetzt auch schon wieder ein Extrathema, über das wir mal ausführlicher schreiben sollten.


Natürlich gibt es auch Grund zur Freude und zur Dankbarkeit.

Dann, wenn wir wirklich helfen konnten, dann wenn trotz aller Langsamkeit sich Dinge zum Guten wenden.

Wenn die Evang. Jugend in Neustadt/Saale ein unglaubliches Engagement für uns an den Tag legt.

Wenn für eine Idee Mitstreiter gewonnen werden können und plötzlich auch eine Finanzierung in Aussicht ist.

Dann wenn unser toller Kalender aus der Druckerei kommt und alle alle alle richtig stolz darauf sind. (Bestellungen nehmen wir entgegen, Stück 8,00 Euro / jetzt an Weihnachten denken!!!!)

Dann, wenn man hie und da gesagt kriegt: Es ist gut dass ihr da seid.


Heute sind wir ganz besonders froh, dass nach intensiven Finanzgesprächen mit unseren Partnern aus den USA, die Förderung unserer Behindertenarbeit im kommenden Jahr deutlich ausgebaut werden kann.


Natürlich sollten wir noch darauf hinweisen, dass wir einen neuen Physiotherapeuten/in suchen. Vielleicht gibt es ja jemanden in Deutschland der sich eine Weile hier in Afrika vorstellen kann.

Wir danken sehr für alle Unterstützung unserer Arbeit, Für weitere Unterstützung danken wir sehr.

Aktuell sammeln wir für das Schulgeld von jährlich ca. 400 Euro von Neema, einer 20-jährigen Rollstuhlfahrerin, die sich mit bewundernswerter Energie einen Platz in einer Secondary School erkämpft hat.


Wer Neema und unserem Zentrum helfen möchte (Jetzt schon an Weihnachten denken!) hier die bekannte Kontonummer:

Mission EineWelt, Kontonummer: 10 11 111, Evang. Kreditgenossenschaft, BLZ 520 604 10,

Stichwort: Arbeit Neidhardt oder Faraja. Vielen Dank.


So ein kleiner Bericht kann ja immer nur ein paar Schlaglichter setzen. Und vieles ist einfach auch unbeschreiblich. Ein Grund mehr uns zu besuchen.


Gott befohlen und herzliche Grüße

Gabi und Günter Neidhardt

Samstag, 9. August 2008

Siku mbilli mgeni, siku ya tatu mpe jembe.


Hallo und viele Grüße aus Tanzania! Höchste Zeit mal wieder was zu schreiben und Euch ein bißchen an unerem Leben teilhaben zu lassen.

Es ist wirklich nur ein kleiner Einblick der so vermittelt werden kann, und machen Sachen kann man zwar irgendwie beschreiben, so richtig vermittelbar ist es dann trotzdem nicht.
Religion oder Religiosität (auch die der lutherischen Christen) ist so ein Thema, das auch für uns in machen Dingen schwer nachvollziehbar ist.
Der Gottesdienstablauf ist zwar mit unserer deutschen Agende nahezu identisch und viele Lieder die gesungen werden sind alte deutsche Kirchenlieder die ins Kisuaheli übersetzt wurden, dennoch haben Gottesdienste immer auch ein bisschen eine magische Komponente, sind auch ein bisschen ein „Zauberritual“ (finde ich).

So sind (waren?) Diakonenschüler der Auffassung, dass eine Abendmahlsfeier mit normalem Brot kein richtiges Abendmahl sei, da ja für das heilige Geschehen die extra von Diakonissen gebackenen und mit heiligen Symbolen versehen Oblaten zwingend erforderlich seien ?????

Es ist schön und beeindruckend, dass vor jeder Mahlzeit (und sei es nur eine Flasche Cola) gebetet wird. Manchmal denke ich mir aber auch, das scheint mir mehr ein „Reinigungsritual“ zu sein als ein Dank für die Speisen (und Getränke). Als Beleg kann ich vielleicht anführen, dass Leute die verspätet zum Essen kommen nicht mehr beten müssen (da das Ritual ja schon vollzogen ist???)


Oder was ist von dem weit verbreitetem Autoaufkleber mit dem Spruch: „Das Blut Jesu schützt dieses Fahrzeug“ zu halten?

„Magic Afrika“, wirklich schwierig zu begreifen, und noch schwieriger zu verstehen. Vieles andere magische, worüber gemunkelt wird und worüber hie und da in den Zeitungen berichtet wird, kommt dazu.


Direct vor Ort in Faraja sind mir noch keine Hexereien begegnet, wohl aber kleine Wunder. Immer dann zum Beispiel, wenn ein Kind, etwa dank einer Operation des Rummelsberger Ärtzteteams um Frau Dr. Schramml, nun wieder laufen kann.
Oder wenn wir nicht mehr so genau wissen, wovon wir die nächsten Rechnungen bezahlen sollen, plötzlich eine Spende eingeht die uns wieder weiterarbeiten lässt und neue Perspektiven ermöglicht.


Überhaupt möchte ich diesmal nicht um Spenden bitten* sondern allen denen danken, die uns mit ihren Gebeten, mit ihren Kontakten und natürlich auch mit Ihrem Geld bisher so großartig unterstützt haben:

Da ist die Lehrlingsgruppe einer großen Firma, die für uns Weihnachtlieder in ihrem im Betrieb sang und damit die Überdachung von Wegen in Faraja finanziert.

Da ist die Gruppe einer Realschule, die uns den Erlös ihres Pausenverkaufs zukommen lässt und damit den Ankauf neuer Schulmöbel ermöglicht.
Vielen Dank für die großartige, nicht nur finanzielle Unterstützung aus Trostberg und vom Wilhelm Löhe Zentrum in Traunreuth, Vergelts Gott der Faraja Fund Foundation in Norfolk/Virginia. Danke den Rummelsberger Brüdern und er Rummelsberger Tanzaniastiftung, Danke an Mission EineWelt in Neuendettelsau / Bayern. Danke der Diakonengemeischaft vom Johannes Falk Haus in Eisenach.

Danke natülich Euch allen, die Ihr mit großen oder kleinen Mitteln viel Gutes bewirkt.

Und wenn ich schon mal bei danken bin: Zur Zeit sind wir in der komfortablen Lage gleich drei Volontärinnen aus Deutschland bei uns zu haben, die natürlich auch großartiges leisten.

Es ist wirklich ein Gefühl des getragen seins von der weltweiten Gemeischaft der Christen.
Zur Zeit ist Reisesaison und wir freuen uns aktuell über den Begegnungsbesuch einer Gruppe von Rummelsberger Diakonen/innen Studenten, weitere Gästegruppen folgen.

Natürlich kann ich immer nur ein paar Dinge aus unserer vielfältigen Arbeit berichten:

Die Diakone diskutieren über Ihr Profil und das ist eine spannende, segensreiche und -wie ich denke- zukunftsweisende Diskussion. Also nicht viel anders als in Rummelsberg.

Ein großes Projekt ist zur Zeit die Verbesserung der medizinischen Versorgung bzw. der Gesundheitsvorsorge in unserem Zentrum.
Wir haben dazu die Arbeitszeit und das Gehalt unserer Krankenschwester angehoben, so dass unsere Krankenstation nun täglich vormittags besetzt ist. Die üblichen medizinischen Tests (Malaria, Stuhl- und Urinuntersuchunen ....) können nun auch vor Ort durchgeführt werden, eine Dokumention wurde eingeführt.
Natürlich gehört dann auch die Überprüfung aller Moskitonetze dazu, die Anschaffung von neuen Matrazen,. Erste Hilfe spielt eine Rolle, besondere Pflegemaßnahmen.....
Bis alles so läuft wie wir uns das in unserem Managementteam so denken wird es wohl noch eine Weile dauern, aber ein Anfang ist gemacht.

Ein weiteres Projekt war / ist die Öffentlichkeitsarbeit des Zentrums. Ein Prospekt wurde erstellt und gedruckt.

Die Arbeit an einer eigenen Internetseite hat – dank „adventure aid USA“ – begonnen und zur Zeit in Druck (in Dar es Salam) ist der Faraja Kalender 2009.
Ein Monatskalender mit vielen vielen tollen Bildern von Menschen unseres Zentrums.
Wir sind sehr stolz auf dieses Produkt weil er 1. professionell ausschaut und 2. unter toller Mitarbeit von behinderten Kindern erstellt wurde.
ACHTUNG: Dieser Kalender ist ein tolles Weihnachtsgeschenk und natürlich auch bestens geeignet wenn Firmen ihren Kunden eine sinvolle Aufmerksamkeit zukommen lassen möchten.
Im Einzelverkauf kostet der Kalender 10 Euro, ab 10 Kalendern gibt es Staffelpreise. Wir haben 1000 Exemplare drucken lassen und sind ein bisschen auf Vermarktungsunterstützung angewiesen.

Bestellungen nehmen wir ab sofort entgegen, den Versand organisieren wir. Wir hoffen sehr auf dieses Project, weil es auch zeigen soll, dass wir nicht nur um Zuschüsse bitten, sondern auch selbst zu unserem Einkommen -besonders auch mit den Kindern- beitragen.

So, das war der Werbeblock und ich komme für diesmal zum Ende.
Leider wieder fast ohne Bilder (das Bild am Anfang zeigt unsere Kirche). Wir haben zwar jetzt eine tolle neue digitale Spiegelreflexkamera, mit einer so tollen Auflösung, so dass der elektronische Versand nahezu unmöglich ist. Wir arbeiten aber an einer schnelleren Internetverbindung.

Bilder sonst natürlich im Kalender!!


Hier bei uns wird es nun langsam wieder wärmer und wahrscheinlich werden wir fast nahtlos vom Klagen über die Kälte in das Stöhnen über die Hitze übergehen. Gut bleibe ich halt im Schatten und verfolge die Olympiade, sofern dazu Zeit bleibt.

Wir sehen uns, hoffentlich alle, im Dezember oder Januar wenn wir auf Deutschlandtournee gehen. Gerne lassen wir uns auch zu Infoveranstaltungen einladen.

Behüt Euch Gott und lasst von Euch hören.
Günter und Gabi


* Natürlich darf und soll man uns auch weiter unterstützen. Aktuell sammeln wir für 100 neue Stühle im Speisesaal (pro Stuhl 20 Euro). Spendenkonto: Mission EineWelt, Stichwort Faraja Diaconic Centre, Konto Nr. 10 11 111, Evang. Kreditgenossenschaft eG. BLZ: 520 604 10

Montag, 16. Juni 2008

Tumefika


Tumefika!

Wir sind angekommen!. Es ist ja kaum zu glauben, seit fast einem Jahr schon, leben wir schon in Tanzania. Auch wenn die Seele ja immer ein bisschen länger braucht, bis sie nachkommt, kann man wohl jetzt wirklich sagen, dass wir angekommen sind. Vieles Fremde ist nicht mehr so fremd, das was uns anfänglich als exotisch erschien ist Normalität geworden. Wir haben uns eingerichtet und es geht uns gut.

Hier im Zentrum ist es seit gestern recht ruhig. Der Grund: “Winter”ferien bis zum 7. Juli. Alle Diakonnenschüler und alle Kinder aus unserer Grundschule sind für drei Wochen daheim. Wir hoffen und beten jedesmal, dass das auch klappt. Nachhausegehen der Kinder funktioniert so: In der Woche vorher müssen die Eltern informiert. Wenn Eltern ein Handy haben klappt das recht gut, wenn nicht muss versucht werden Nachbarn oder sonst jemanden im Dorf zu erreichen. Oft kann der Pfarrer oder der Evangelist helfen. Die Eltern müssen dann am besagten Tag vormittags in Sanya Juu sein, bis dorthin fahren Kleinbustaxis. Wir bringen die Kinder ebenfalls mit kleinen Bussen, die wir mieten, nach Sanya Juu. Und dann heißt es eben hoffen und beten, dass fuer jedes Kind ein Elternteil oder sonstiger Angehöriger auftaucht Bei 80 Kindern nicht so leicht, hat aber bis auf einen Danieli geklappt. Denn müssen wir dann halt bringen.

Der Begriff Winterferien ist übrigens gar nicht so verkehrt, denn es ist zur Zeit empfindlich kalt. Die Nachttemperaturen liegen so bei 12-14 Grad, tagsüber, sofern es bewölkt bleibt wird es nicht viel wärmer als 18 Grad. Wir haben glücklicherweise einen offenen Kamin in unserem Wohnzimmer und natürlich haben wir warme Pullover im Schrank.
Die meisten Menschen hier haben diesen Luxus nicht und frieren. Der Krankenstand ist deshalb hoch und die feuchtkalte Witterung verschärft das noch.
Und schon wieder haben wir so einen Armutsteufelskreis:
Armut - krank – keine Arbeit – kein Verdienst – keine medizinische Versorgung – weiter krank - weiter arm – keine ausreichende Nahrung/Kleidung .. krank ..

Es läßt uns schon machmal verzweifeln, weil es derartig Teufelskreise zuhauf gibt und nahezu täglich Menschen aus der Umgebung bei uns um Arbeit und/oder um Hilfe nachsuchen. Wir tun was wir können, aber viele haben kaum eine Chance aus diesem Teufelskreisen ausbrechen zu können.
Die Überschrift hätte heute also auch “kuna shida kidogo” (es gibt es kleines Problem) heißen können, denn mit diesen Worten fängt die Bitte um Hilfe meistens an.
Tumefika: Wir sind angekommen.

Es gibt ein Sprichwort, das besagt: Wenn du eine Woche in Afrika bist, kennst du alle Probleme. Wenn du vier Wochen im Land bist, hast du für alles eine Lösung. Wenn du ein Jahr im Land bist kennst du weder die Probleme noch hast du eine Lösung.
Da ist was dran. Und wir sind weit davon entfernt Lösungen anbieten zu können. Klar ist denke ich trotzdem: Wer die Gesundheit hier fördern will, muss die Armut bekämpfen. (Pillen schicken nützt da wenig), das gilt auch wenn wir von HIV oder von AIDS reden (dazu vielleicht später mal mehr)
Und was bekämpft die Armut? Nein, ich habe kein Allheilmittel, aber Bildung ist sicher ein wichtiger und richtiger Ansatz.
Damit sind wir wieder im Faraja Diaconic Center mit der Diakonenausbildung und mit unserer Schule für körperbehinderte Kinder.
Gewiss keine Einrichtung zur globalen Armutsbekämpfung, aber eben doch eine Zukunftschance für Menschen mit Behinderung. Dafür lohnt es sich wirklich zu arbeiten und zu kämpfen und um Unterstützung zu bitten.

Ferienzeit in Faraja. Auch wir freuen uns auf ein paar Tage Urlaub am Meer (dabei nehmen wir Danile mit um Ihn zu hause abzuliefern) bevor es dann wieder weitergeht mit den “kleinen” Problemen, aber eben auch auch mit der tollen Aussicht dabei helfen zu können, Menschen eine gute Zukunft zu ermöglichen.


Wir freuen uns über Euere Rückmeldung und natürlich über Euere Besuche. Das ist gar nicht so kompliziert wie man denkt.
Übrigens: Vom 22.Dezember 08 bis zum 26. Januar 09 werden wir in Deutschland sein Sicher gibt es die Möglichkeit uns dann auch zu sehen.